Chronik der Belegstelle

1955
bis
1973
Die Belegstelle wird 1955 von Otto Fuchs und Pfarrer Rees auf dem Grundstück von Herrn Fritz im „Gunzesrieder Tal” (Hintere Aue) gegründet. Nach Pfarrer Rees übernimmt 1962 Otto Fuchs dessen Amt als Belegstellenleiter. Diesem folgen 1967 Herr Preisinger und 1973 Otto Eisenkolb.
1980
Die erste Anerkennung als Carnica-Reinzuchtbelegstelle „Gunzesrieder Tal” wird am 12. Februar 1980 von der Bayer. Landesanstalt für Bienenzucht erteilt:


Die Kreisverbände „Imker Kempten” und „Imker Sonthofen” werden als Folge der vorausgegangenen Gemeindegebietsreform im neuen „Kreisverband Imker Oberallgäu” zusammengeführt. Die Belegstelle, die sich bis dahin im Besitz des „Kreisverband Imker Kempten” befand, wird ebenfalls in den neu gegründeten Kreisverband überführt.
1982
Nachdem es mit dem Verpächter immer wieder Schwierigkeiten gegeben hatte und die Lage außerdem nicht sehr „anlieferungsfreudig” war – die letzten 200 Meter musste alles bergauf getragen werden – entschließt sich Otto Eisenkolb, den Pachtvertrag zu kündigen und die Belegstelle in´s Ostertal in den Staatsforst zu verlegen, wo sie sich heute noch befindet. Die offizielle Bezeichnung lautet nunmehr „Gunzesried-Ostertal”. Wegen des Umzugs war eine erneute Anerkennung erforderlich. Diese wurde am 7. Mail 1992 von der Bayer. Landesanstalt für Bienenzucht erteilt:


1984
Die Belegstelle bleibt wegen der Varroa-Milbe geschlossen, weil befürchtet wurde, dass sich die Milbe über die Belegstelle noch schneller verbreiten werde. Wie wir im Nachhinein wissen, war dies eine Fehleinschätzung. Die Milbe hat uns auf ganz anderen Wegen erreicht.
1989
Otto Eisenkolb übergibt sein Amt als Belegstellenleiter aus gesundheitlichen Gründen an Alois Mahn.
1992
Auf der Belegstelle werden nun auch Mehrwabenkästchen zugelassen.
1993
Eine Zuchtgruppe wird gegründet. Zu ihren Aufgaben zählen: Zuchtlinien führen, Völker kören und Vatervölker stellen.
1994
bis
1996
1994 wird Arthur Zobl von Alois Mahn in die Belegestellenarbeit eingewiesen. 1995 wird er offiziell zum Belegstellenleiter gewählt. 1996 wird ihm Konrad Schneider als Stellvertreter zur Seite gestellt. Ebenfalls 1996 wird die Schutzzonenerweiterung vom 7,5-km-Radius auf den 10-km-Radius beantragt.
1997
bis
1999
1997 wird beschlossen, eine neue Belegstellenhütte an zentralerer Stelle zu errichten. Diese wird 1998 fertiggestellt und am 27. Juni 1999 offiziell eingeweiht. In der neuen Hütte ist Platz für die umfangreichen schriftlichen Arbeiten und für 10 Vatervölker. Weitere Vatervölker können in 4 Freiständern dezentral aufgestellt werden. Durchschnittlich stehen 20 gekörte Vatervölker der Linie „Ostertal” auf der Belegstelle.

Aufgrund der Verdienste, die sich Otto Eisenkolb um die Belegstelle erworben hatte, wird sie ihm zu Ehren „Otto-Eisenkolb-Hütte” benannt. Er verstirbt am 22. März 1999.

„Otto-Eisenkolb-Hütte”, 1079 m ü. d. M. Foto: K. Schneider (1998)
Von l. n. r.: Konrad Schneider(†), Otto Eisenkolb(†), Theo Buchenberg und Arthur Zobl.

1998 wurde die bisherige Zuchtgruppe aufgelöst und mit 7 aktiven Züchtern neu gegründet.

Am 21. Juli 1998 wird die erweiterte Schutzzone im Amtsblatt des Landratsamtes Oberallgäu veröffentlicht und in Kraft gesetzt. Alle betroffenen Imkerinnen und Imker werden darüber schriftlich informiert.
2000
Das Gelände der Belegstelle wird an Pfingsten vom Hochwasser führenden „Ostertalbach” teilweise überschwemmt. Die Ursache war ein lokales Unwetter. 70 Königinnen, zahlreiche Schutzkästen und MWK fielen dieser Katastrophe zum Opfer.
2001
Der bisherige Stellvertreter Konrad Schneider übernimmt von Arthur Zobl die Belegstellenleitung.
2005
Am 23. August 2005 Hochwasser im gesamten Alpenraum. Auf der Belegstelle, die zum diesem Zeitpunkt nicht mehr belegt war, sind Gottseidank keine gravierenden Schäden zu verzeichnen.

Die Belegstelle erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Die Züchter kommen aus ganz Schwaben und zum Teil aus Oberbayern und Baden-Württemberg zu uns. Wegen der Buckfast-Biene suchen immer mehr Züchter sichere Gebirgsbelegstellen auf. Unsere Belegstelle wird deswegen immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Auflieferungs-
zahlen sprechen für sich. Es werden jedes Jahr von ca. 80 Züchtern zwischen 1400 und 1500 Königinnen aufgeliefert. Allen Auflieferern werden im zeitigen Frühjahr die neuesten Belegstelleninformationen und ein auf die Auflieferungstermine abgestimmter Zuchtplan zugesandt.

Unser gemeinsames Ziel ist es, noch mehr Imkerinnen und Imker – vor allem aus unserem Kreisverband – dafür zu gewinnen, ihre Königinnen auf unserer Belegstelle begatten zu lassen. Dazu bieten wir in den Vereinen immer wieder Königinnenzuchtkurse an. Sehr gepfehlenswert sind die Zuchtkurse in Theorie und Praxis an der Imkerschule Schwaben in Kleinkemnat. Zuchtstoff wird auch von den Mitgliedern unserer Zuchtgruppe abgegeben. Siehe unter „Unsere Zuchtgruppe”.
2009
Alle 4 Jahre werden die Völker in der 7,5-km-Schutzzone vom Fachberater Johann Fischer unter Begleitung des zuständigen Vereinsvorsitzenden und des Belegstellenleiters auf Carnicastandard überprüft. So ganz „nebenbei” erhalten die Imker vom Fachberater wertvolle Tipps und Ratschläge. Die Befunde werden schriftlich festgehalten und jedem/jeder Imker/Imkerin zugestellt. Außerdem werden die Standimker(innen) jährlich mit Zuchtstoff aus der Belegstellenlinie versorgt.

Foto: K. Schneider (2005)           
Von l. n. r.: Vorsitzender des BZV Fischen, A. Klepf und Fachberater J. Fischer
Letztmalig wurden die Völker 2009 überprüft, die nächste Durchsicht steht demnach wieder im Jahre 2013 auf unserer Agenda.
2011
Am 19. März 2011 wurde unserer Zuchtgruppe in Langensendelbach vom Zuchtobmann Theo Günthner und vom 1. Vorsitzenden des LVBI, Ferdinand Drexler, die Anerkennungsurkunde als Reinzüchter überreicht.


2013
Überprüfung aller Völker in der 7,5-km-Schutzzone zusammen mit unserem Fachberater Johann Fischer, den jeweils zuständigen Vereinsvorsitzenden und des Belegstellenleiters. Es wurden am 13. und 27. Mai insgesamt 152 Völker überprüft.

Foto: J. Fischer (2013)           
Einer der zu überprüfenden Bienenstände war schon etwas mühsamer zu erreichen. Wie an unserer Bekleidung unschwer zu erkennen ist, waren die Temperaturen am 27. Mai alles andere als frühlingshaft.

2015
Konrad Schneider verstirbt am 28.12.2014.
Johann Langusch übernimmt die Belegstellenleitung.
2016
Manni Roth wird zum neuen Leiter der Belegstelle gewählt.


Foto: M.Regen (2016)           
Im Frühjahr 2016 hat es während der Auflieferzeiten oft aus allen Rohren geschüttet und unser Belegstellenteam, Albert Klepf und Manni Roth, suchte meistens den Schutz der Hütte.