Weg vom Glyphosat

Oberallgäu, 6. Juli 2016 - Mit einer beispielhaften Aktion setzt sich die Naturschutzgruppe des Kreisverbandes Imker Oberallgäu für weniger Gift im Garten und auf kommunalen Flächen ein. Die Initiative zielt darauf ab, die Verwendung von Glyphosat haltigen Mitteln zur Unkrautbekämpfung zu beenden. Dazu wandte sich die Naturschutzgruppe schriftlich an Gartencenter, Bau- und Agrarmärkte mit der Bitte, Herbizide mit dem Pflanzengift Glyphosat nicht mehr zu verkaufen.

Der Hintergrund: Der chemische Wirkstoff Glyphosat ist wegen möglicher Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier umstritten. Eine europaweite stichprobenartige Studie zeigte, dass sich Glyphosat im Urin von ca. 70 % der untersuchten Probanden (überwiegend Großstädter) fand. Spätestens seit Glyphosat in allen untersuchten deutschen Biersorten nachgewiesen wurde, ist das Thema buchstäblich in aller Munde. Mit dem Stichtag 30.06.2016 stand eine Entscheidung der EU über eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat an. Nachdem sich die Staaten der Europäischen Union darüber nicht einigen konnten, hat sich die EU-Kommission anstatt der geplanten Zulassung für 15 Jahre für eine 18-monatige Verlängerung der bestehenden Zulassung entschieden. Innerhalb dieser Zeit soll die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) die Krebsgefahr von Glyphosat neu bewerten.

Wie es in dem Schreiben heißt, engagiert sich die Naturschutzgruppe „aus tiefer Sorge um unsere Natur und Umwelt und um die Gesundheit von uns Menschen“ für einen raschen Ausstieg aus der Glyphosat-Verwendung. Um dem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen, wurden weitere Unterstützer gesucht und gefunden. Der Kreisgartenbauverein, der Bund Naturschutz Kreisgruppe Kempten Oberallgäu, der Landesbund für Vogelschutz Kempten-Oberallgäu, der Bioring Allgäu, der Fischereiverein Öschlesee und die Greenpeace Gruppe in Kempten haben ihre Unterstützung zugesagt, so dass die Initiative nun für insgesamt rund 15.000 Mitglieder sprechen kann.

Die sechs Mitglieder der Naturschutzgruppe starteten eine Umfrage unter den Märkten und Gartencentern in der Region und stellten dabei fest, dass einige Unternehmen Glyphosat haltige Mittel bereits aus dem Sortiment genommen haben. Diese bat die Gruppe um eine Bestätigung, dass die Verbannung der betreffenden Mittel aus den Regalen dauerhaft ist. Die übrigen Unternehmen wurden ermutigt, diesem Schritt zu folgen und „damit unserer Umwelt ein bedenkliches Gift zu ersparen“. Bau- und Gartenmärkte, die nicht auf das Schreiben reagierten, wurden einige Wochen später erneut um eine Stellungnahme gebeten – bis dato allerdings ohne Erfolg.

Das bisherige Fazit: Vier Märkte verkaufen nach eigenen Angaben keine Glyphosat haltigen Unkrautvernichtungsmittel und drei davon bestätigten erneut schriftlich, dass die Herausnahme dieser Mittel aus dem Sortiment dauerhaft sein soll. Die Ergebnisse der Recherche werden auf der Homepage des Kreisimkerverbandes Oberallgäu (http://imker-oberallgaeu.de/umfrage.html) veröffentlicht. Die Naturschutzgruppe empfiehlt deshalb den Verbrauchern, dieses Wissen bei der Kaufentscheidung zu berücksichtigen und da einzukaufen, wo der Ausstieg aus der Glyphosat-Verwendung zum Schutz von Natur und Umwelt unterstützt wird.

Unsere Empfehlung lautet:
Unterstützt die Märkte Bauhaus, Hornbach, Toom und OBI, da dort jetzt und in Zukunft keine Glyphosat haltigen Mittel verkauft werden!