Zuchtbuchnummern und Zuchtwerte der 4a-Völker unserer Linie „Ostertal”

(4a-Volk = Muttervolk der Drohnenvölker)

 

 

Zuchtwerte 2019, Stand: 23. Februar 2019

Jahr Zb.-Nr. 4a-Volk Einzelzuchtwerte Gesamt-
zucht-
wert
Kalk-
brut
Kör-
klasse
Honig Sanft-
mut
Waben-
sitz
Schw.-
neig.
Varroa-
Index
2012
2-702-22-2009  
103
102
103
92

99
102
A
2013
2-702-39-2010  
113
110
110
110

109
100
A
2014
2-703-106-2011  
117
110
111
112
101*
110
101
A
2015
2-703-144-2012  
123
107
107
121
103*
113
101
A
2016
2-703-144-2012  
121
105
105
121
101*
110
100
A
2017
2-702-92-2014  
121
108
109
103
110
100
A
2018
2-702-92-2014  
115
105
109
102
102
107
100
A
2019
2-297-1653-2016  
123
102
102
111
101
108
100
A

 * Bei diesem Volk wurde nur ein Varroamerkmal gemessen

Die Tabelle wurde im Februar 2019 mit den neuen Berechnungen der Daten aus 2016 aktualisiert.

Beim Vergleichen der Zuchtwerte mit Völkern anderer Züchter muss berücksichtigt werden, seit wie vielen Jahren ein Züchter seine Völker in die Zuchtwertschätzung (ZWS) eingegeben hat und ob es sich bei den Völkern um eine eigene Linie handelt oder ob durch Zukauf von Königinnen von deren Zuchtwerten profitiert werden konnte.

Bei einer eigenen Linie werden im 1. Jahr, wenn noch keine Vor- und Nachfahrendaten in die Berechnungen mit einfließen können, noch sehr niedrige Zuchtwerte errechnet. Diese Werte relativieren sich nach einigen Jahren. Wir geben die Prüfvölker der Linie "Ostertal" aus unserer Zuchtgruppe seit 2008 in die ZWS ein. Zwischenzeitlich haben fast alle Völkern bei den klassischen Zuchtwerten Werte >100.

Neben den Zuchtwerten muss auch die Sicherheit der einzelnen Zuchtwerte bei der Beurteilung einer Königin beachtet werden. Diese kann je Zuchtwert erheblich schwanken. Wenn bei einem Zuchtwert die Sicherheit mit z. B. 0,36 angegeben wird, dann bedeutet das, dass dieser Zuchtwert, um bei diesem Beispiel zu bleiben, mit 36%iger Sicherheit weiter vererbt werden kann (muss aber nicht). Je höher die Sicherheit der Zuchtwerte, desto geringer ist das züchterische Risiko! Auch die Inzuchtwerte,  insbesondere bei den Arbeiterinnen, dürfen nicht vernachlässigt werden.

Der Gesamtzuchtwert wurde 2011 erstmals für das Prüfjahr 2010 (Geburtsjahr der Königinnen 2009) und früher berechnet. Als Gewichtung wird für die klassischen Zuchtwerte Honig, Sanftmut, Wabensitz und Schwarmneigung je 15 % und für den Varroa-Index 40 % zugrunde gelegt. Nachdem wir, mit  Ausnahme eines Mitglieds, am Varroatoleranz-Programm nicht teilnehmen, fehlen bei uns die Varroatoleranzwerte und die Gesamtzuchtwerte fallen deswegen entsprechend niedriger aus.

Wir könnten diese aber trotzdem erfassen, nur müssten wir unsere Betriebsweise nach den Vorgaben der AG Toleranzzucht ausrichten. Das heißt, wird dürften den Völkern ab dem Zeitpunkt der Salweidenblüte (Feststellung des Anfangsbefalls) bis zur Entnahme der Bienenproben Anfang Juli (Feststellung des Endbefalls) keine Brutwaben entnehmen und auch keine Drohnenwaben ausschneiden, damit die ermittelten Werte nicht verfälscht werden. Anfang Juli muss dann der Endbefall entweder durch Auswaschen der Bienenprobe oder mittels Puderzuckermethode festgestellt werden. Ausserdem müsste noch der sicher sinnvolle Nadeltest zur Beurteilung der Bruthygiene durchgeführt werden. Wenn der Nadeltest nicht durchgeführt und somit nur ein Varromerkmal erfasst wurde, wird der Varroa-Index mit einem (*) gekennzeichnet.

Neben dem Gesamtzuchtwert müssen unbedingt die klassischen Zuchtwerte, nach denen wir seit Jahrzehnten selektiert haben, beachtet werden. Sollte diese Gewichtung beibehalten werden, wären diese für uns wichtigen Zuchtziele im Gesamtzuchtwert eindeutig unterrepräsentiert.

Beim Honigertrag, bei der Sanftmut, beim Wabensitz und bei der Schwarmneigung und (neu) bei der Kalkbrut kann der einzelne Züchter mit der Zeit beurteilen, ob ein Zuchterfolg zu verzeichnen ist oder nicht. Die Varroatoleranz sieht man den Bienen aber nicht an, man kann sich darauf verlassen oder auch (eher) nicht. Um das feststellen zu können, müssten diese Völker einem Überlebenstest unterzogen werden, aber wer geht so ein Risiko ein? Hier müssen u. E. noch zusätzlich andere Lösungen gefunden werden, um das Varroaproblem in den Griff zu bekommen.