Gründung

Imker gründen Naturschutzgruppe

Kempten – Oberallgäu / 07.02.2016 In der EU droht eine Verlängerung der Zulassung für glyphosathaltige Mittel zur Unkrautvernichtung. Aus diesem Anlass haben Imker im Kreisverband Oberallgäu eine Naturschutzgruppe gebildet.

„Es kann nicht sein, dass Mittel, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als wahrscheinlich krebserregend eingestuft werden, in der Nähe spielender Kinder eingesetzt werden.“ sagt Dr. Moritz Müller, Initiator der Gruppe und Vorsitzender des Imkervereins Waltenhofen. Ihm liegen inzwischen Studien vor, nach denen Glyphosat nicht nur für den Menschen, sondern auch für blütenbestäubende Insekten wie Bienen und Hummeln schädlich ist.

Ziel der Gruppe ist, die Anwendung Glyphosat haltiger Präparate in privaten Gärten und auf öffentlichen Flächen im Allgäu zu beenden. Die Imker im Kreis unterstützen mit ihrer Aktion eine zentrale Forderung des Deutschen Imkerbunds (D.I.B.), der von der Politik ein vollständiges Verbot von Glyphosat in Deutschland fordert.

Die Gruppe hat bereits Kontakte zu Allgäuer Obst- und Gartenbauvereinen, dem Bund Naturschutz in Bayern e.V.  und weiteren Vereinen aufgenommen, um gemeinsam vorzugehen. Der nächste Schritt ist eine Bestandsaufnahme in Allgäuer Garten- und Baumärkten. Einige Märkte haben die höchst umstrittenen Präparate bereits aus dem Sortiment genommen. „Wenn die Mitglieder unserer Verbände wissen, welche Baumärkte Natur und Bienen unterstützen, dann können sie sich beim Einkauf bewusst für diese Baumärkte entscheiden.“ sagt Müller. Die Gruppe möchte darüber hinaus grundsätzlich alle Verbraucher über die Problematik aufklären, denn vielen ist nicht bewusst, welche Risiken die Anwendung Glyphosat haltiger Pflanzenschutzmittel in ihren Gärten für Mensch und Natur bergen kann.

Im Kreisverband Imker Oberallgäu e.V. sind in 15 Vereinen von Altusried bis Oberstdorf 630 Imker und Imkerinnen mit über 4560 Bienenvölkern aktiv.